Zahnpflege - Medizin & Fitness
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Zahn und Zahnbett - Aufbau in Schichten

Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnmark - diese drei Schichten bilden den Zahn. Auch das Zahnbett, das Halt im Kiefer verleiht, besteht aus mehreren Komponenten.

Ein Zahn besteht aus Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnmark

Karies greift den Zahn an, Parodontitis schädigt das Zahnbett. Beides sind verbreitete Volkskrankheiten, die langsam und anfangs fast unbemerkt voranschreiten. Ihr Verlauf ist leichter zu verstehen, wenn man sich den Aufbau von Zahn und Zahnbett vor Augen hält.

Ein Zahn besteht aus Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnmark

Zahn und Zahnbett - die wichtigsten Bestandteile

Ist der Zahn gesund, sieht man nur die harte Oberfläche. Aber darunter verbergen sich zwei weitere Schichten1:

  • der harte und widerstandsfähige Zahnschmelz schützt die Oberfläche vor Belastung und Bakterien
  • das weichere Zahnbein (Dentin) liegt darunter und stellt die Hauptmasse eines Zahns
  • im Inneren schließlich befindet sich das Zahnmark (Pulpa), in dem der Hauptteil der Nerven liegen

Das Zahnbett, auch Zahnhalteapparat oder Parodontium genannt, verankert den Zahn im Kiefer2. Dazu gehören:

  • das Zahnfach ist eine Öffnung im Kiefer, die der Zahnwurzel Platz bietet
  • das Zahnzement verankert die Wurzel im Zahnbett
  • die Wurzelhaut ist ein faseriges Gewebe, das dem Zahn Halt gibt
  • das Zahnfleisch (Gingiva) schützt die Zahnwurzel vor den Bakterien im Mundraum

Aufbau des Zahns

Zahnschmelz - die harte Oberfläche

Der Zahnschmelz umhüllt die Zahnkrone - der Teil des Zahns, der im Mundraum sichtbar ist. Es zählt zu den härtesten Geweben im menschlichen Körper und ist bestens geeignet, auch sehr feste Nahrung zu zerkleinern. Zudem bildet es eine starke Barriere, die das Eindringen von Bakterien in das empfindlichere Zahninnere verhindert.

Mineralien verleihen dem Zahnschmelz seine Widerstandsfähigkeit, sie machen etwa 95 Prozent seiner Masse aus3. Das wichtigste ist Hydroxylapatit, eine Verbindung aus Calcium und Phosphat. Diese Substanz ist jedoch anfällig für Säuren, die von manchen Bakterien produziert werden. Ist der Zahnschmelz einmal verloren, kann er nicht mehr ersetzt werden.

Zahnbein (Dentin) - das tragende Gerüst

Das Zahnbein oder Dentin stellt die Hauptmasse des Zahns. Es ist nicht so stabil wie der Zahnschmelz, da es neben Mineralien einen größeren Anteil des Proteins Kollagen enthält. Zum Mundraum hin ist das Zahnbein vom Zahnschmelz umschlossen, in Richtung Kiefer vom Wurzelzement. Im Inneren umschließt das Dentin eine Höhle, in der das Zahnmark liegt.

Zahnbein wird von kaum sichtbaren Röhren (Dentinkanälchen) durchzogen, die Ausläufer von schmerzempfindlichen Nervenzellen enthalten. Dentinkanälchen bilden ideale "Schlupflöcher" für Bakterien, die sich nach Befall des Zahnbeins rasch ausbreiten. Zahnbein kann in begrenztem Maße neu gebildet werden, aber dieses sogenannte Tertiärdentin ist schwächer und weniger widerstandsfähig.

Zahnmark (Pulpa) - der empfindliche Kern

Das Zahnmark oder Pulpa füllt eine Höhle im Inneren des Zahns aus, die vom unteren Ende der Krone bis an die Spitze der Wurzel reicht. Die Höhle ist im Kindesalter noch sehr groß, wird aber im Laufe der Jahre immer kleiner, da beständig neues Dentin gebildet wird.

Zahnmark setzt sich aus Bindegewebe zusammen und wird von Blut- und Lymphgefäßen durchzogen. Diese stehen über eine Öffnung am unteren Zahnende mit dem Kiefer in Verbindung. Auch der größte Teil des Nervengewebes liegt im Zahnmark - eine Entzündung löst daher meist heftige Schmerzen aus.

Aufbau des Zahnbetts (Parodontium)

Auch das Zahnbett ist eine vielschichtige Struktur, die den Zähnen einen optimalen Halt im Kiefer bietet.

Das Zahnfach (Alveolarknochen) gibt Raum im Knochen

Das Zahnfach oder Alveole ist eine Aussparung im Kieferknochen (Alveolarknochen), in der die Zahnwurzel sich verankern kann.

Die Wurzelhaut (Desmodont) füllt den Spalt

Die Wurzelhaut ist eine Bindegewebe, das vor allem aus Kollagenfasern besteht und von kleinen Lymph- und Blutgefäßen durchzogen wird. Es füllt den schmalen Spalt zwischen der Wand des Zahnfachs und der Zahnwurzel. Das etwas weichere Gewebe verleiht dem Zahn eine minimale Beweglichkeit, die bei starker Belastung aber einen wirksamen Schutz darstellen kann.

Das Wurzelzement verbindet

Das Wurzelzement überzieht die Zahnwurzel und stellt die Verbindung zum Zahnbett dar. Es besteht aus Mineralien, aber der Anteil an Kollagenfasern ist höher. Es ist weicher als Dentin und Zahnschmelz.

Das Zahnfleisch (Gingiva) schützt die Wurzel

Das Zahnfleisch oder Gingiva ist ein weiches, sehr gut durchblutetes Gewebe und Teil der Mundschleimhaut4. Es überzieht den Kieferknochen und den Zahnhals, sodass die empfindliche Zahnwurzel vollständig von der Mundhöhle isoliert wird. Das Zahnfleisch bildet auf diese Weise eine Barriere, die das Vordringen von Bakterien zur empfindlichen Zahnwurzel verhindert.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Zahnklinik Bochum, Der Aufbau von Zähnen und Gebiss, abgerufen September 2020 (Link)
  • 2 Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Aufbau der Zähne und des Zahnhalteapparates, abgerufen September 2020 (Link)
alle Quellen anzeigen
  • 3 Hennessen et al., Aufbau und Funktion der Zähne, apotheken.de, Juni 2020 (Link)
  • 4 Opti-Dent Suisse, Zahnfleisch schützt Zähne, abgerufen September 2020 (Link)
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