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Handzahnbürste, elektrische Zahnbürste oder Ultraschall-Bürste?

Drei Arten von Zahnbürsten sind auf dem Markt, jede hat ihre Vor- und Nachteile. Bei gewissenhafter Anwendung erzielen aber fast alle Modelle gute Ergebnisse.

Welche Zahnbürste reinigt die Zähne gründlicher: eine Handzahnbürste, ein elektrisches Modell mit rundem oder länglichem Kopf, oder vielleicht sogar eine mit Ultraschall? Die Antwort fällt nicht leicht, denn sie hängt auch von den eigenen Vorlieben und Fähigkeiten ab.

Handzahnbürsten - verlässlich, aber etwas zeitintensiver

Handzahnbürsten stellen die althergebrachte Art der Zahnreinigung dar. Wer sich Mühe gibt und eine gute Putztechnik einsetzt, wird ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie mit einer elektrischen Zahnbürste - allerdings bei etwas mehr Zeitaufwand. Denn die Bewegungen der Hand sind naturgemäß langsamer als ein Elektromotor.

Handzahnbürsten erzielen ähnlich gute Ergebnisse wie eine elektrische Zahnbürste, jedoch bei mehr Zeitaufwand. Handzahnbürsten erzielen ähnlich gute Ergebnisse wie eine elektrische Zahnbürste, jedoch bei mehr Zeitaufwand.

Lange Zeit galt es als optimal, wenn die Zahnbürsten einen kurzen Kopf und ein ebenes, dicht gepacktes Borstenfeld aufwiesen. Doch nach dem heutigem Wissensstand sollte eine gute Zahnbürste folgende Merkmale aufweisen1:

  • endgerundete Nylonborsten
  • das Borstenfeld sollte der Form des Zahns folgen - die Borsten sind außen länger als innen
  • einzeln stehende, weniger dicht gepackte Borstenbüschel
  • etwas größere Bürstenköpfe, um die Reinigungsleistung erhöhen

Die Reinigungswirkung ist bei harten Borsten am höchsten, allerdings verursachen diese auch mehr Zahnfleischverletzungen. Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch sollten eher weiche Zahnbürsten bevorzugen.

Der größte Vorteil der Handzahnbürsten ist ihr günstiger Anschaffungspreis. Von Nachteil ist allerdings die etwas komplizierte Handhabung: Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss eine ausgefeilte Technik jeden Zahn rundum erreichen, aber das Zahnfleisch möglichst schonen2.

Elektrische Zahnbürsten

Auch elektrische Zahnbürsten säubern die Zähne mechanisch mit einer Bürste, allerdings mit sehr hoher Schwingungsfrequenz. Bei gleichem Aufwand reinigen sie daher effizienter als Handzahnbürsten.. Zudem benötigen sie einen geringerer Ansatzdruck und schonen somit das Zahnfleisch. Eine Putzzeit von zweimal täglich zwei Minuten bleibt dennoch das Minimum3.

Eine Analyse der renommierten Cochrane-Stiftung sieht elektrische Modelle im Vergleich zu Handzahnbürsten im Vorteil: Der Zahnbelag verringert sich um 11 bis 21 Prozent, das Auftreten von Zahnfleischbluten um 6 bis 11 Prozent4. Die zugrunde liegenden Daten haben laut der Stiftung aber nur eine mäßige Qualität, und die langfristigen Folgen sind noch kaum untersucht. Es bleibt also unklar, ob diese kleinen Verbesserungen tatsächlich das Auftreten von Karies und Parodontitis verringern.

Eindeutig von Vorteil können elektrische Zahnbürsten hingegen bei jüngeren Kindern sein. Diese sind mit den komplizierten Bewegungen einer Handzahnbürste oftmals überfordert, während elektrische Bürsten mit größerer Ausdauer und Motivation benutzt werden.

Grundsätzlich hat man bei elektrischen Zahnbürsten die Wahl zwischen zwei Varianten, die sich in der Form und Bewegung des Bürstenkopfs unterscheiden. Die Leistung ist ähnlich, aber in den Details finden sich spürbare Unterschiede.

Elektrische Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf

Ein runder Bürstenkopf kennzeichnet die gebräuchlichste Variante der elektrischen Zahnbürsten. Diese vollziehen eine "oszillierend-rotierende" Bewegung, d. h. der Kopf schwingt im Halbkreis vor und zurück. Die Frequenz beträgt dabei 70 Hertz oder mehr - das entspricht mindestens 8000 Bewegungen pro Minute. Die Bürsten sind damit zehnmal so schnell wie die menschliche Hand beim manuellen Putzen.

Elektrische Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf reinigen gründlich aber etwas langsamer Elektrische Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf reinigen gründlich aber etwas langsamer

Sie sind meist etwas günstiger als die konkurrierenden "Schallzahnbürsten" (s. u.) und haben einen insgesamt kleineren Bürstenkopf. Mit diesem lassen sich auch schwer zugängliche Stellen besser erreichen. Allerdings muss auch jeder Zahn einzeln gereinigt werden: Die Putzzeit ist dadurch etwas länger.

Diese elektrischen Zahnbürsten eignen sich also eher für Menschen, die sich Zeit für das Zähneputzen nehmen und ihre Zähne so gründlich wie möglich säubern wollen.

Elektrische Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf (Schallzahnbürsten)

Die Bürstenköpfe sind bei dieser Variante länglich und etwas größer, und auch deren Bewegung ist anders: Sie schwingen nicht im Kreis, sondern vibrieren vor und zurück. Die Frequenz liegt bei 250 bis 350 Hertz, das ergibt bis zu 40 000 Bewegungen pro Minute., Dies entspricht der Frequenz des hörbaren Schalls - daher auch der etwas irreführende Name "Schallzahnbürste". Mit der Reinigung hat der Schall nichts zu tun, das erledigt weiterhin der Bürstenkopf.

Elektrische Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf (Schallzahnbürsten) putzen sehr schnell Elektrische Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf (Schallzahnbürsten) putzen sehr schnell

Schallzahnbürsten finden sich meist in der etwas gehobenen Preisklasse. Der Bürstenkopf deckt eine größere Fläche ab, das Putzen geht damit etwas schneller - wenn auch auf Kosten der Gründlichkeit in den Zahnzwischenräumen.

Zahnbürsten mit Ultraschall

Auf einem grundsätzlich anderem Prinzip beruhen Ultraschall-Zahnbürsten. Die Reinigung erfolgt nicht mechanisch über Bürsten, sondern über eine besondere Zahnpaste, in der winzige Bläschen erzeugt und zum Platzen gebracht werden. Dazu benötigen diese Geräte einen Kopf, der wesentlich schneller vibriert: Mit etwa 16 000 Hertz, der Frequenz von Ultraschall

Der Kopf von Ultraschall-Zahnbürsten ist zwar oftmals weiterhin mit Borsten ausgestattet, die aber eigentlich unnötig sind. Ein Tupfer würde genügen, da die Reinigung fast berührungslos abläuft. Als Vorteil versprechen die Hersteller, dass das Putzen noch sanfter und schonender für Zahnfleisch und Zahnschmelz abläuft.

Laut der Techniker-Krankenkasse soll dies zu guten Ergebnissen führen5, eine unabhängige Bestätigung steht allerdings noch aus. Die Stiftung Warentest etwa prüft keine Ultraschall-Zahnbürsten, da diese nur in Kombination mit einer speziellen Zahnpasta wirksam sind. Sinnvolle Vergleichstests sind deshalb kaum möglich. Klinische Studien von Ärzten bleiben ebenfalls Mangelware.

Fazit

Handzahnbürsten sind eine günstige und verlässliche Variante, erfordern aber etwas mehr Geschick und Zeitaufwand als elektrische Modelle. Für kleinere Kinder und ältere Menschen, die mit den schwierigen Putzbewegungen einer Handzahnbürste Probleme haben, können daher elektrische Zahnbürsten von Vorteil sein.

Viele Studien unterstützen den Eindruck, das elektrische Zahnbürsten etwas gründlicher reinigen. Die Unterschiede sind aber eher gering: Im Vergleich zu Handzahnbürsten gingen Zahnbeläge um bis zu 20 Prozent und Zahnfleischentzündungen um bis zu 11 Prozent zurück. Zu den Ultraschall-Zahnbürsten liegen noch keine verlässlichen Ergebnisse vor.

Eine gute Mundhygiene hängt jedoch vor allem von einer gewissenhaften und regelmäßigen Reinigung ab - die Wahl der Zahnbürste spielt da eher eine zweitrangige Rolle.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 S. Zimmer, Tägliche Mundhygiene - Womit, wie, wie oft und wie lange?, Bayrisches Zahnärzteblatt, März 2017 (Link)
  • 2 Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde, Gewissenhafte Zahnpflege, kariesvorbeugung.de, abgerufen April 2020 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Stiftung Warentest, Tipps zum Putzen mit der elektrischen Zahnbürste, test.de, November 2019 (Link)
  • 4 Cochrane Stiftung, Elektrische Zahnbürsten im Vergleich mit Handzahnbürsten zur Erhaltung der Mundgesundheit, Cochrane Systematic Review, Juni 2014 (Link)
  • 5 Techniker-Krankenkasse, Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste?, Juni 2019 (Link)
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