Handzahnbürste, elektrische Zahnbürste oder Ultraschall-Bürste?

Beim Reinigen der Zähne hat man die Qual der Wahl: Vier Arten von Zahnbürsten sind auf dem Markt, jede mit ihren Vorteilen und Nachteilen. Mindestens drei sorgen für gute Ergebnisse - eine gewissenhafte Anwendung natürlich vorausgesetzt.

Ob nun eine manuelle Zahnbürste, elektrisch mit rundem oder länglichem Kopf, oder vielleicht sogar per Ultraschall - die Entscheidung basiert weitgehend auf den eigenen Vorlieben.

Handzahnbürsten - verlässlich, aber etwas zeitintensiver

Handzahnbürsten stellen die althergebrachte Art der Zahnreinigung dar. Wer sich Mühe gibt, wird ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie mit einer elektrischen Zahnbürste - allerdings bei etwas mehr Zeitaufwand. Denn die Bewegungen der Hand sind naturgemäß langsamer als ein Elektromotor.

Handzahnbürsten erzielen ähnlich gute Ergebnisse wie eine elektrische Zahnbürste, jedoch 
bei etwas mehr Zeitaufwand.

Bei der Anschaffung gibt es wenig zu beachten, und fast jede bessere Handzahnbürste kann bedenkenlos verwendet werden. Sind die Borsten jedoch zu weich, lassen sich hartnäckige Zahnbeläge schwer entfernen. Zu harte Borsten hingegen können das Zahnfleisch verletzen. Und ein zu großer Bürstenkopf kann nur schwer in die Zwischenräume der Zähne vordringen.

Der größte Vorteil der Handzahnbürsten sind ihr günstiger Anschaffungspreis. Von Nachteil ist allerdings die etwas komplizierte Handhabung: Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss eine ausgefeilte Technik jeden Zahn rundum erreichen, aber das Zahnfleisch möglichst schonen.

Elektrische Zahnbürsten

Auch elektrische Zahnbürsten säubern die Zähne mechanisch mit einer Bürste - allerdings mit sehr hoher Schwingungsfrequenz. Bei gleicher Putzzeit reinigen sie daher effizienter als Handzahnbürsten. Zudem benötigen sie einen geringerer Ansatzdruck und schonen somit das Zahnfleisch.

Eine Analyse der renommierten Cochrane-Stiftung stützt diesen Eindruck: Im Vergleich zu Handzahnbürsten verringern elektrische Modelle den Zahnbelag langfristig um 21 %, das Auftreten von Zahnfleischbluten um 11 %. Die zugrunde liegenden Daten haben laut der Stiftung aber nur eine mäßige Qualität, und die medizinischen Folgen sind noch kaum untersucht. Es bleibt also unklar, ob diese kleinen Verbesserungen tatsächlich das Auftreten von Karies und Parodontitis verringern.

Eindeutig von Vorteil können elektrische Zahnbürsten hingegen bei jüngeren Kindern sein. Diese sind mit den komplizierten Bewegungen einer Handzahnbürste oftmals überfordert, während elektrische Bürsten mit größerer Ausdauer und Motivation benutzt werden.

Stiftung Warentest und ÖKO-Test überprüften die Qualität von elektrische Zahnbürsten

Vor der Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste - egal ob für Erwachsene oder Kinder - sollte man sich gut informieren. Die Stiftung Warentest und die Zeitschrift ÖKO-TEST weisen auf deutliche Qualitätsunterschiede hin: Nur 22 von über 60 getesteten Modellen erhielten eine gute Note.

Bei elektrischen Zahnbürsten hat man die Wahl zwischen zwei Varianten, die sich in der Form und Bewegung des Bürstenkopfs unterscheiden. Die Leistung ist ähnlich, aber in den Details finden sich spürbare Unterschiede.

Elektrische Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf

Ein runder Bürstenkopf kennzeichnet die gebräuchlichste Variante der elektrischen Zahnbürsten. Diese vollziehen eine "oszillierend-rotierende" Bewegung, d. h. der Kopf schwingt im Halbkreis vor und zurück. Die Frequenz beträgt dabei 70 Hertz oder mehr - das entspricht mindestens 8000 Bewegungen pro Minute. Die Bürsten sind damit zehnmal so schnell wie die menschliche Hand beim manuellen Putzen.

Elektrische Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf reinigen gründlich aber etwas langsamer

Sie sind meist etwas günstiger als die konkurrierenden "Schallzahnbürsten" (s. u.) und haben einen insgesamt kleineren Bürstenkopf. Mit diesem lassen sich auch schwer zugängliche Stellen besser erreichen. Allerdings muss auch jeder Zahn einzeln gereinigt werden: Die Putzzeit ist dadurch etwas länger.

Diese elektrischen Zahnbürsten eignen sich also eher für Menschen, die sich Zeit für das Zähneputzen nehmen und ihre Zähne so gründlich wie möglich säubern wollen.

Elektrische Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf (Schallzahnbürsten)

Die Bürstenköpfe sind bei dieser Variante länglich und etwas größer, und auch deren Bewegung ist anders: Sie schwingen nicht im Kreis, sondern vibrieren vor und zurück. Die Frequenz liegt bei 250 bis 350 Hertz, das ergibt bis zu 40 000 Bewegungen pro Minute., Dies entspricht der Frequenz des hörbaren Schalls - daher auch der etwas irreführende Name "Schallzahnbürste". Mit der Reinigung hat der Schall nichts zu tun, das erledigt weiterhin der Bürstenkopf.

Elektrische Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf (Schallzahnbürsten) putzen sehr schnell

Schallzahnbürsten finden sich meist in der etwas gehobenen Preisklasse. Der Bürstenkopf deckt eine größere Fläche ab, das Putzen geht damit etwas schneller - wenn auch auf Kosten der Gründlichkeit in den Zahnzwischenräumen.

Zahnbürsten mit Ultraschall

Auf einem grundsätzlich anderem Prinzip beruhen Utraschall-Zahnbürsten. Die Reinigung erfolgt nicht mechanisch über Bürsten, sondern über eine besondere Zahnpaste, in der winzige Bläschen erzeugt und zum Platzen gebracht werden. Dazu benötigen diese Geräte einen Kopf, der wesentlich schneller vibriert: Mit etwa 16 000 Hertz, der Frequenz von Ultraschall

Der Kopf von Ultraschall-Zahnbürsten ist zwar oftmals weiterhin mit Borsten ausgestattet, die aber eigentlich unnötig sind. Ein Tupfer würde genügen, da die Reinigung fast berührungslos abläuft. Als Vorteil versprechen die Hersteller, dass das Putzen noch sanfter und schonender für Zahnfleisch und Zahnschmelz abläuft.

Eine unabhängige Bestätigungen dieser Behauptungen steht allerdings noch aus. Die Stiftung Warentest etwa prüft keine Ultraschall-Zahnbürsten, da diese nur in Kombination mit einer speziellen Zahnpasta wirksam sind. Sinnvolle Vergleichstests sind deshalb kaum möglich. Klinische Studien von Ärzten sind ebenfalls noch Mangelware.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Stiftung Warentest, Klassiker bleibt ungeschlagen, test 03/2016 (Link)
  • Stiftung Warentest, Schnelle Schrubber, test 12/2013 (Link)
  • Techniker-Krankenkasse, Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste?, aktualisiert 7. Juli 2015 (Link)