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Körperfettwaagen – wie messe ich richtig?

Ist es zu feucht oder zu trocken, liefert eine Körperfettwaage ungenaue Ergebnisse. Auch die Aufstellung der Waage und die Körperhaltung können die Messung stören.

Enthält der Körper ungewöhnlich viel Wasser, kann dies die Messung verfälschen Enthält der Körper ungewöhnlich viel Wasser, kann dies die Messung verfälschen

Körperfettwaagen nutzen einen schwachen elektrischen Strom, um zwischen Fett- und Muskelgewebe zu unterscheiden. Wie leicht der Strom fließt, hängt jedoch vom momentanen Zustand des Körpers und der Umgebung ab. Zudem gehen die Messwerte in eine komplizierte Berechnungen ein, die für den Benutzer unbemerkt im Hintergrund ablaufen. Kleine Störungen reichen dann oft schon aus, um das Endergebnis deutlich zu verfälschen.

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Wer verlässliche Informationen über seinen Körper erhalten möchte, muss eine gewisse Sorgfalt walten lassen. Dazu muss die Körperfettwaage an einem geeigneten Ort aufgestellt werden. Bei der Benutzung sollte eine geeignete Körperhaltung eingenommen werden. Am wichtigsten ist es jedoch, die Feuchtigkeit zu kontrollieren – sie sollte nicht willkürlich erhöht oder verringert werden. Dies gilt sowohl für das Körperinnere als auch für die Körperoberfläche.

Körperfettwaagen für den Hausgebrauch werden nie hundertprozentig genaue Ergebnisse liefern. Wenn jedoch einige Regeln beachtet werden, können sie über einen längeren Zeitraum vergleichbare Ergebnisse liefern. So kann jeder verfolgen, wie sich seine Körpergewebe im Laufe der Zeit verändern – und ob eine Diät oder eine sportliche Betätigung die gewünschten Ergebnisse bringt.

Warum ist die Feuchtigkeit so wichtig?

Um die Zusammensetzung des Körpers zu bestimmen, bauen Körperfettwaagen ein schwaches elektrisches Feld auf. Elektroden an den Füßen und idealerweise auch an den Händen leiten dazu den Strom durch den Körper. Die Leitfähigkeit des Körpers ist jedoch von Gewebe zu Gewebe unterschiedlich: Muskeln enthalten vergleichsweise viel Wasser – hier kann der Strom gut fließen. Fettgewebe enthält deutlich weniger Wasser – hier ist der Widerstand größer.

Körperfettwaagen messen neben dem Körpergewicht auch den Gesamtwiderstand des Körpers. Um den Anteil der einzelnen Gewebe abschätzen zu können, muss die Waage mit weiteren Körperdaten gefüttert werden: Meist werden noch Angaben zu Alter, Geschlecht und Körpergröße benötigt. Über vorprogrammierte Rechenschritte kann die Waage dann abschätzen, zu welchem Anteil der Körper aus Muskel- oder Fettgewebe besteht. Fachleute bezeichnen dieses Mess- und Berechnungsverfahren als bioelektrische Impedanzanalyse1.

Um genaue Messergebnisse zu erhalten, sollten vor allem vier Dinge beachtet werden:

1. Der Wassergehalt des Körpers

Der menschliche Körper besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Wie viel Wasser ein Körper genau enthält, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen spielt natürlich der jeweilige Anteil an Fett- und Muskelgewebe eine Rolle – darauf beruht das Messprinzip der Körperfettwaage.

Zum anderen hängt der Wassergehalt auch von der Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme und der körperlichen Aktivität ab. Diese können kurzfristig zu erheblichen Schwankungen führen, die eine Analyse der Körpergewebe stark beeinflussen.

Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, sollten vor jeder Messung die folgenden Bedingungen möglichst konstant gehalten werden2:

1.1. Aufnahme von Flüssigkeit

Die menschliche Harnblase kann beträchtliche Mengen an Flüssigkeit aufnehmen, bei Erwachsenen beträgt das maximale Fassungsvermögen – die Blasenkapazität – je nach Körpergröße etwa 900 bis 1500 Milliliter. Dieses Fassungsvermögen wird jedoch nur selten ausgeschöpft: Bereits die Ansammlung von etwa 300 bis 700 Millilitern Urin löst meist einen starken Harndrang aus.

Aber auch kleinere Mengen Urin verändern die Leitfähigkeit des Körpers – die Messung des Körperfetts wird dann sehr ungenau. Um möglichst einheitliche Bedingungen zu schaffen, sollte die Messung daher nur bei vollständig entleerter Blase erfolgen.

1.2. Aufnahme von Nahrung

Auch unsere Nahrung besteht zum überwiegenden Teil aus Wasser. Da eine klassische Hauptmahlzeit in der Regel ungefähr 500 Gramm zusätzlich auf die Waage bringt, gelangt auch hier eine beträchtliche Menge Flüssigkeit in den Körper.

Ein gut gefüllter Magen und ein nicht entleerter Darm haben daher großen Einfluss auf die Messergebnisse. Etwa zwei bis vier Stunden Abstand zwischen einer Mahlzeit und der Körperfettanalyse sollten eingehalten werden.

1.3. Entwässerung durch Sport

Wer sich beim Sport verausgabt, verliert große Mengen an Flüssigkeit. Während einer Stunde Joggen bei moderater Geschwindigkeit (ungefähr 8 bis 9 km/h) werden je nach Körpergewicht und Temperatur etwa 400 bis 1000 Milliliter Schweiß produziert. Und auch wenn es paradox klingt: Je trainierter ein Sportler ist, desto früher beginnt er zu schwitzen. Und auch sein Flüssigkeitsverlust ist deutlich höher3.

Selbst Trinken kann diesen Verlust nicht immer sofort ausgleichen, so dass der Flüssigkeitsmangel oft noch viele Stunden anhält. Zwischen einer sportlichen Betätigung und der Messung sollten daher mindestens 12 Stunden liegen.

1.4. Entwässerung durch Alkohol

Alkohol wirkt nicht nur berauschend, sondern auch entwässernd: Die Urinproduktion wird deutlich gesteigert und man geht viel häufiger zur Toilette. Dabei scheidet der Körper erhebliche Mengen Wasser aus, was zu einem spürbaren Flüssigkeitsmangel (Dehydration) führen kann. Die Kopfschmerzen eines Katers sind übrigens ein deutliches Anzeichen dieses Flüssigkeitsmangels.

Nach dem Alkoholgenuss kann es lange dauern, bis der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen ist. Am Tag nach einer ausgiebigen Feier ist eine Körperfettmessung daher wenig sinnvoll.

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2. Die Leitfähigkeit der Haut

Die Körperoberfläche weist eine gewisse Grundfeuchtigkeit auf, die je nach Hauttyp höher oder niedriger ist. Zudem ist auch die Umgebung – typischerweise im Badezimmer – mal trockener und mal feuchter: Auch dies beeinflusst die Feuchtigkeit der Haut.

Eine Körperfettwaage kann ihre Messung nur durchführen, wenn ein enger Kontakt zwischen der Haut und den Elektroden besteht. Feuchte Oberflächen leiten den elektrischen Strom aber wesentlich besser als trockene: Das Ergebnis einer Körperfettmessung wird also stark vom Zustand der Haut beeinflusst.

Körperfettwaagen können nur dann vergleichbare Ergebnisse liefern, wenn die Hautfeuchtigkeit bei der Messung immer möglichst gleich ist. Eine sorgfältige Hautpflege und die Einhaltung einer konstanten Raumfeuchtigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.

2.1. Trockene Haut leitet den Strom schlecht

Die Haut bildet einen natürlichen Fettfilm, der sie vor Säuren und anderen schädlichen Stoffen schützt. Dieser Fettfilm – auch Hydrolipidfilm oder Säureschutzmantel genannt – bindet zusätzlich Feuchtigkeit und schützt vor Austrocknung. „Trockene‟ Haut entsteht, wenn bestimmte Drüsen nicht genügend Talg erzeugen, um den Säureschutzmantel aufzubauen.

Trockene Haut leitet elektrischen Strom schlecht: Die Elektroden von Körperfettwaagen können dann oft keinen zuverlässigen Kontakt zum Körper herstellen. Die Messung wird unzuverlässig und die Ergebnisse schwanken häufig.

Einfache Maßnahmen tragen dazu bei, die Haut feucht und geschmeidig zu halten4. Auch Cremes und Pflegelotionen können die natürliche Feuchtigkeit oft wiederherstellen. Allerdings sollte die Haut nicht unmittelbar vor der Messung eingecremt werden, da auch dies das Ergebnis verfälschen kann.

2.2. Hornhaut wirkt wie eine Isolierschicht

Hornhaut entsteht meist, wenn trockene Hautpartien einer hohen Belastung ausgesetzt sind – etwa durch ständigen Druck oder Reibung. Besonders häufig tritt sie an den Füßen auf, auch die Hände sind manchmal betroffen. Die Hornhaut – medizinisch auch als Callus bezeichnet – besteht aus einer harten, dicken Schicht abgestorbenen Gewebes. Sie wirkt daher wie eine Isolierschicht und kann den elektrischen Stromfluss behindern.

Da jede Körperfettwaage den Strom über die Füße leiten muss, kann dicke Hornhaut an diesen Stellen die Messung stören. Zumindest dort, wo der Körper mit den Elektroden der Waage in Berührung kommt, sollte daher die Hornhaut sorgfältig entfernt werden.

2.3. Duschen vor der Messung vermeiden

Bei jedem Duschvorgang dringen größere Mengen von Wasser in die Körperoberfläche ein, auch tiefere Hautschichten werden gründlich durchfeuchtet. Selbst sorgfältiges Abtrocknen kann die Feuchtigkeit nicht vollständig entfernen – die Leitfähigkeit der Haut ist noch für längere Zeit deutlich erhöht.

Nach dem Duschen sollte man daher eine gute Weile warten, bevor man sich auf die Körperfettwaage stellt. Noch besser ist es, die Messung vor dem Duschen durchzuführen. Alles andere kann zu unzuverlässigen Ergebnissen führen.

2.4. Feuchtigkeit im Badezimmer

Es ist oft sehr bequem und praktisch, die Körperfettwaage im Badezimmer aufzustellen. Das Bad ist aber auch einer der feuchtesten Räume im Haus. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, hat dies einen ähnlichen Einfluss auf die Körperfettmessung wie das Duschen: Die Haut ist feucht und ihre elektrische Leitfähigkeit deutlich erhöht.

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer senken. Am wichtigsten ist regelmäßiges und ausgiebiges Lüften, vor allem nach dem Duschen und Baden. Hilfreich ist auch das sofortige Abtrocknen feuchter Oberflächen. Manche Pflanzen wie Farne oder Efeu sind nicht nur dekorativ, sondern wirken auch als Luftentfeuchter.

Falls keine dieser Maßnahmen möglich oder wirksam ist, sollte man in Erwägung ziehen, die Körperfettmessung in einem anderen Raum durchzuführen.

3. Richtige Aufstellung der Waage

Die Körperfettwaage ist ein Präzisionsinstrument, das nur bei richtiger Aufstellung genaue Messergebnisse liefert. Bei den meisten im Handel erhältlichen Geräten sind einige Punkte zu beachten:

  • die Körperfettwaage muss gerade stehen
  • der Untergrund muss fest und eben sein
  • unter der Waage darf sich kein dicker Teppich, keine flauschige Unterlage oder ähnliches befinden

4. Richtige Körperhaltung bei der Messung

Die eigene Haltung trägt dazu bei, dass der elektrische Strom ungehindert durch den Körper fließen kann. Bei der Nutzung von Handelektroden ist auch die Position der Arme wichtig, damit sich das elektrische Feld über möglichst große Bereiche des Körpers erstrecken kann:

4.1. Bei Körperfettwaagen mit Fußelektroden gilt

  • unbedingt barfuß auf der Waage stehen
  • nicht am Rand stehen und die Elektroden vollständig abdecken
  • das Gewicht gleichmäßig verteilen
  • sich nicht bewegen

4.2. Bei Verwendung von Handelektroden sollte man zusätzlich

  • die Arme im rechten Winkel vor den Körper heben, sie dürfen weder zu hoch noch zu tief sein
  • die Ellenbogen gerade ausstrecken, die Arme sollten nicht gebeugt sein
  • die Knie durchdrücken
  • mit geradem Rücken nach vorne schauen
  • die Handflächen fest auf die Griffelektroden drücken
  • die Hände und Arme nicht bewegen

Fazit

Bei der Messung mit Körperfettwaagen ist es wichtig, immer möglichst konstante Bedingungen zu schaffen. Die Geräte sollten in einer möglichst trockenen Umgebung aufgestellt werden. Die Haut sollte normal feucht, aber nicht durch vorheriges Duschen aufgequollen sein. Darm und Blase sollten möglichst leer sein. Starker Flüssigkeitsverlust durch intensiven Sport oder übermäßigen Alkoholgenuss sollte vermieden werden. Die Messung sollte immer zur gleichen Zeit erfolgen: Am besten morgens nach dem Aufstehen.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Moonen und Van Zanten, Bioelectric impedance analysis for body composition measurement and other potential clinical applications in critical illness, Current Opinion in Critical Care, August 2021 (Link)
  • 2 Charité Berlin, B.I.A. Bioelektrische Impedanzanalyse, Medizinische Poliklinik, abgerufen März 2025 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Mosler et al., Fluid replacement in sports. Position of the working group sports nutrition of the German Nutrition Society (DGE), Ernahrungs Umschau, März 2019 (Link)
  • 4 Stiftung Warentest, 5 Tipps: So bleibt die Haut geschmeidig, Webseite test.de, Stand März 2022 (Link)
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