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Körperfettwaagen - wie messe ich richtig?

Feuchtigkeit verändert die elektrische Leitfähigkeit und stört die Messung mit Körperfettwaagen. Der Wassergehalt von Körper und Haut sollte daher immer gleich sein.

Um den Anteil des Fettgewebes zu bestimmen, bauen Körperfettwaagen ein schwaches elektrisches Feld auf (Bioelektrische Impedanzanalyse). Wasser erhöht die elektrische Leitfähigkeit und verfälscht das Ergebnis1. Bei der Messung muss daher die Feuchtigkeit konstant bleiben - im Inneren des Körpers und an dessen Oberfläche.

1. Störfaktor: Wassergehalt des Körpers

Enthält der Körper ungewöhnlich viel Wasser, kann dies die Messung verfälschen

Der menschliche Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Dieser Wert ist jedoch nicht konstant, er kann je nach Tageszeit und Aktivität spürbar schwanken. Großen Anteil daran haben folgende Prozesse:

Enthält der Körper ungewöhnlich viel Wasser, kann dies die Messung verfälschen

Aufnahme von Flüssigkeit

Eine menschliche Harnblase kann bis zu 1,5 Liter Urin aufnehmen - und bereits wesentlich kleinere Mengen beeinflussen die Messung von Körperfett. Um möglichst gleichmäßige Bedingungen zu schaffen, sollte die Messung nur mit vollständig entleerter Blase vorgenommen werden.

Aufnahme von Nahrung

Auch unsere Nahrung besteht zum überwiegenden Teil aus Wasser. Ein gut gefüllter Magen und ein nicht entleerter Darm haben daher großen Einfluss auf die Messergebnisse. Etwa zwei bis vier Stunden Abstand zwischen einer Mahlzeit und der Körperfettanalyse sollten eingehalten werden2.

Dehydration durch Sport

Wer sich beim Sport verausgabt, verliert dabei große Mengen an Flüssigkeit. Selbst Trinken kann den Verlust nicht immer sofort ausgleichen, weshalb die Dehydration oft noch viele Stunden anhält. Zwischen einer sportlichen Betätigung und der Messung sollte daher ein Abstand von mindestens zwölf Stunden liegen3.

Dehydration durch Alkohol

Der Genuss von Alkohol fördert den Harndrang, der Körper scheidet dabei beträchtliche Mengen an Wasser aus. Auch hier kann es lange dauern, bis der Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht geraten ist. Nach ausgelassenen Feiern sollte man einen Tag bis zur nächsten Körperfettmessung verstreichen lassen.

2. Störfaktor: Leitfähigkeit der Haut

Die elektrische Leitfähigkeit der Haut hat einen starken Einfluss auf das Messergebnis

Feuchte Haut leitet elektrischen Strom besser als trockene - die Ergebnisse einer Körperfettmessung kann dies drastisch beeinflussen. Ein wichtige Rolle spielen dabei der Typus der Haut und die räumliche Umgebung.

Die elektrische Leitfähigkeit der Haut hat einen starken Einfluss auf das Messergebnis

Trockene Haut

Trockene Haut leitet elektrischen Strom nur schlecht und verhindert eine zuverlässige Messung. Bei der Nutzung von Körperfettwaagen ist also darauf zu achten, dass die Haut eine annähernd normale Feuchtigkeit aufweist. Allerdings nicht direkt vor der Messung eincremen, auch das kann das Ergebnis verfälschen4.

Hornhaut

Hornhaut besteht aus einer dicken Lage von totem Gewebe und wirkt wie eine Isolationsschicht. Zumindest an den Stellen, wo der Körper mit den Elektroden der Waage in Berührung kommt, sollte die Hornhaut sorgfältig entfernt werden.

Duschen

Nach dem Duschen ist die Haut noch länger feucht - selbst dann, wenn man sich sorgfältig abgetrocknet hat. Die Messung des Körperfettanteils nach dem Duschen wird also zu unzuverlässigen Ergebnissen führen.

Feuchtigkeit im Bad

Ist das Bad sehr feucht, hat dies einen ähnlichen Einfluss wie das Duschen: Die Haut ist feucht und deren elektrische Leitfähigkeit deutlich erhöht. In diesem Fall sollte die Messung besser in einem anderen Zimmer erfolgen.

Fazit

Körperfettwaagen für den Hausgebrauch müssen in einer möglichst trockenen Umgebung stehen, damit die Messung einigermaßen verlässlich wird. Wer seinen Körper regelmäßig misst, sollte dabei auf gleiche Bedingungen achten: Der Inhalt von Darm und Blase sowie das Ausüben von Sport haben erheblichen Einfluss auf das Messergebnis.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 K. Herm, Methoden der Körperfettbestimmung, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 2003 (Link)
  • 2 Deurenberg et al., Factors affecting bioelectrical impedance measurements in humans, Eur J Clin Nutr, Dezember 1988 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Dehghan und Merchant, Is bioelectrical impedance accurate for use in large epidemiological studies?, Nutrition Journal, September 2008 (Link)
  • 4 M. Melzer, Was bringen Körperfettwaagen?, Apotheken Umschau, Mai 2019 (Link)
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