Interdentalbürsten - gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume

Selbst die besten Zahnbürsten dringen nicht in die Zwischenräume der Zähne vor - bei jedem Putzen bleibt etwa ein Drittel der Zahnoberfläche ungesäubert. Dabei entstehen hartnäckige Beläge: Bakterien profitieren zusätzlich von den Speiseresten, die in den Lücken hängen bleiben. Karies und Parodontitis können die langfristige Folge sein.

In den Zwischenräumen der Zähne bilden sich bakterielle Beläge, die beim normalen
Zähneputzen nicht entfernt werden können

Für die Reinigung der Zahnzwischenräume bieten sich zwei Optionen. Am bekanntesten ist die Zahnseide, deren Anwendung allerdings kompliziert und gewöhnungsbedürftig ist. Eine unkomplizierte Alternative sind die Interdentalbürsten: Sie vereinigen eine gute Reinigungsleistung mit einfacher Anwendbarkeit.

Kurz oder lang, gerade oder angewinkelt

Interdentalbürsten gibt es in vielerlei Ausführung: Manche bestehen vollständig aus Kunststoff, bei anderen sind Borsten um einen Draht aus Metall gewickelt. Der Bürstenkopf kann die Form eines Tannenbaums oder eines Flaschenreinigers annehmen. Der Griff ist kurz oder lang, gerade oder angewinkelt.

Das Angebot ist verwirrend, aber grundsätzlich gilt: Alle Varianten von Interdentalbürsten eignen sich für die Reinigung der Zahnzwischenräume. Entscheidend für den Kauf ist also, mit welcher Ausführung Sie persönlich am besten klar kommen.

Welchen Durchmesser soll die Interdentalbürste haben?

Der einzige kritische Punkt ist der Durchmesser des Bürstenkopfes. Sind die Borsten zu schmal und lassen sich ohne Widerstand in die Lücken schieben, werden die Zahnzwischenräume auch nur ungenügend gereinigt. Bei einem zu dicken Bürstenkopf, der nur mit sanfter Gewalt in den Zahnzwischenraum gepresst werden kann, drohen Schäden am Zahnhals oder dem Zahnfleisch. Sind Sie sich über die richtige Größe unsicher, sollten Sie Ihren Zahnarzt um Rat fragen.

Die Wahl der richtigen Größe ist bei Interdentalbürsten entscheidend

Der Zahnarzt kann Sie auch in den Gebrauch der Interdentalbürsten einweisen. Das ist jedoch nicht zwingend notwendig, denn die Anwendung ist im Grunde sehr einfach:

  • Bürste an der Lücke ansetzen und schräg zum Zahnfleisch einführen, um Verletzungen zu vermeiden
  • es sollte ein leichter Widerstand zu spüren sein
  • ein- bis zweimal langsam auf der Zahnoberfläche entlang bürsten
  • mindestens jeden zweiten Tag, besser täglich anwenden

Anfängliche Blutungen sind normal

Ob die Interdentalbürste vor oder nach der Zahnbürste zum Einsatz kommen, bleibt Ihren eigenen Vorlieben überlassen. In den ersten Tagen können Blutungen auftreten, die aber kein Grund zur Sorge sind. Im Gegenteil: Die Ursache ist meist eine bereits bestehende Entzündung des Zahnfleisches, die durch das Bürsten nun langsam abklingt. Nach einer Woche sollten die Blutungen verschwunden sein.

Spätestens alle zwei Wochen sollten Sie die Interdentalbürsten wechseln. Der exakte Zeitraum hängt dabei stark von der Ausführung und Qualität ab: Varianten aus Draht und Borsten sind haltbarer, Modelle aus Kunststoff eher kurzlebiger.

Wer sich bei der Kaufentscheidung noch unsicher ist, kann sich Rat bei unabhängigen Testorganisationen suchen. Die Stiftung Warentest und die Zeitschrift ÖKO-TEST haben eine Reihe von Modellen verglichen, mit durchaus erfreulichem Ergebnis: Alle getesteten Varianten schnitten mindestens mit der Note gut ab.

Quellen und weiterführende Literatur

  • ÖKO-TEST, Ärger mit den Borsten, Ausgabe 2 / 2016 (Link)
  • Stiftung Warentest, Geschickt eingefädelt, Ausgabe 9 / 2012 (Download)