Ohrthermometer - die Handhabung erfordert Übung

Ohrthermometer messen schnell und unkompliziert, Abzüge gibt es jedoch bei der Genauigkeit.

Der Gehörgang des Ohres führt etwas tiefer in den Kopf hinein - gute Voraussetzungen für eine verlässliche Fiebermessung. Das Trommelfell liegt zudem nah an der Halsschlagader, seine Temperatur entspricht also etwa der, wie sie auch im Kern des Körpers herrscht. Und wie jeder warme Körper sendet das Trommelfell Infrarotstrahlen aus, die auf seine Temperatur schließen lassen.

Ohrthermometer - schnell und praktisch

Ohrthermometer besitzen einen Sensor, der diese Strahlung erkennt - und bei korrekter Anwendung auch zuverlässige Werte liefert. In Puncto Genauigkeit hinken sie allerdings den präzisen Kontaktthermometern hinterher. Die Abweichungen sollten aber nicht größer als 0,3°C sein, was meist noch hinreichend genau ist.

Vor- und Nachteile von Ohrthermometern

Der große Vorteil der Ohrthermometer ist ihre einfache Anwendung: Der Sensor wird an den Gehörgang angelegt und die Messung ist meist nach weniger als fünf Sekunden beendet. Kontaktthermometer hingegen müssen tief in Po oder Mund eingeführt werden, was oft als unangenehm empfunden wird.

Sollte es in kritischen Fällen allerdings auf höchste Genauigkeit ankommen, sind Ohrthermometer weniger geeignet - hier bleiben die altmodischen Kontaktthermometer das Mittel der Wahl. Dazu kommt, dass die Handhabung geübt werden muss: Das Ohrthermometer misst nur genau, wenn der Sensor direkt aufs Trommelfell zielt. Dazu muss der Gehörgang durch vorsichtiges Ziehen an der Ohrmuschel begradigt werden.

Für Kinder unter sechs Monaten sind Ohrthermometer jedoch ungeeignet: Der Gehörgang ist noch zu eng, um den Infrarotsensor genau zu positionieren. Auch bei Ohrentzündungen liefern sie keine verlässlichen Werte, da sich auch die Temperatur im Ohr verändert. Eine Reihe weiterer Fehlerquellen gilt es zu beachten, so dass sich jeder Benutzer zuerst grundsätzlich mit der Bedienung des Ohrthermometers vertraut machen sollte.

Tests und Nutzererfahrungen

Bei sachgemäßer Anwendung sind Ohrthermometer - trotz gewisser Einschränkungen - verlässliche Messinstrumente. Die Stiftung Warentest hat in einem älteren Vergleichstest einige Geräten mit "Gut" benotet, von denen ein Ohrthermometer sowie drei kombinierte Ohr-/Stirnthermometer noch erhältlich sind. Und in einem Vergleichstest von 2016 verlieh die Zeitschrift ÖKO-TEST die Note "Sehr Gut" an drei Ohrthermometer und zwei Ohr-/Stirnthermometer.

Die guten Testergebnisse kontrastieren allerdings manchmal mit der Nutzererfahrung. In den Foren des Online-Händlers Amazon berichten viele Kunden von Problemen bei der Messung, wobei einige Produkte durchgängig besser abschneiden.

Fazit

Ohrthermometer sind verlässliche Instrumente, die eine angenehme und schnelle Messung ermöglichen. Zuvor sollte man sich jedoch über ihre Grenzen informieren und die Handhabung sorgfältig üben. Wer sich zusätzlich noch eines der günstigen Kontaktthermometer zulegt, sollte im Alltag und auch bei kritischen Fieberfällen gut gerüstet sein.

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