Kontaktthermometer - genau aber unkomfortabel

Altmodisch, aber unübertroffen genau - Kontaktthermometer sind weiterhin die sicherste Art, Fieber zu messen. Doch der Messfühler muss in eine Körperöffnung eingeführt werden, was meist als unangenehm empfunden wird.

Kontaktthermometer - altmodisch, aber verlässlich

Kontaktthermometer haben eine Spitze aus Metall, die direkt mit dem Körper in Kontakt gebracht wird (daher auch der Name). Ursprünglich bestanden sie aus Glas und hatten eine Quecksilbersäule, die sich durch die Körperwärme ausdehnt und die Temperatur auf einer Skala anzeigt. Die Verwendung von Quecksilber ist mittlerweile verboten, heute kommen meist Legierungen des Metalls Gallium zum Einsatz.

Digitale Kontaktthermometer hingegen messen die elektrische Leitfähigkeit in dem Messfühler. Da diese von der Wärme abhängt, lässt sich die Körpertemperatur verlässlich berechnen und wird auf einem Display angezeigt.

Vorteile und Nachteile von Kontaktthermometern

Der große Vorteil der Kontaktthermometer ist ihre hohe Präzision. Laut gültiger Norm darf die Messung nur um einen Zehntelgrad von der tatsächlichen Körpertemperatur abweichen - damit sind sie um den Faktor drei genauer als die konkurrierenden Stirn- und Ohrthermometer. Zudem ist ihre Handhabung sehr einfach und die Zahl der Fehlerquellen gering. Letztlich sind sie auch deutlich günstiger als die Konkurrenz.

Ein Nachteil ist jedoch, dass das Einführen der Thermometer in den Po meist als unangenehm empfunden wird. Vor allem kleine Kinder wehren sich häufig stark gegen die anale Messung. Auch die Messung im Mund ist - bei korrekter Ausführung - nicht angenehm, und bei kleineren Kindern wegen der Verletzungsgefahr nicht ratsam. Zudem messen vor allem die Varianten aus Glas deutlich langsamer als Infrarotthermometer.

Bei unabhängigen Tests schneiden fast alle Kontaktthermometer gut ab. Stiftung Warentest und die Zeitschrift ÖKO-TEST vergaben die Noten "Gut" und "Sehr Gut" an sechs Produkte, die zum Teil auch in den großen Drogerieketten angeboten werden.

Glas oder digital?

Wer ein Kontaktthermometer erwerben will, hat die Wahl zwischen der digitalen Variante oder der altmodischen Glasversion. In der Präzision unterscheiden sie sich nicht, allerdings kommen die Glasvarianten ohne Batterien aus und sind daher immer einsatzbereit. Allerdings dauert eine Messung mehrere Minuten, und das Ablesen des Wertes von der Skala kann recht mühsam sein. Zudem besteht bei Glas die Gefahr, dass es splittert und Verletzungen verursacht.

Bei Digitalthermometer ist die Verletzungsgefahr gering. Die Messung ist nach etwa 30 Sekunden abgeschlossen, manche Instrumente benötigen sogar weniger als 10 Sekunden. Das Ablesen des Messwerts ist sehr einfach, und bei manchen Produkten erhöhen automatische Warnsignale die Nutzerfreundlichkeit.

Fazit
Kontaktthermometer sind weiterhin der Standard bei der Fiebermessung und sollten in keinem Haushalt fehlen. Bei kleinen Kindern kann es jedoch sinnvoll sein, zusätzlich ein Ohrthermometer für eine rasche und unkomplizierte Kontrolle bereit zu halten.