Häufige Fehler beim Fiebermessen

Fieberthermometer messen nur zuverlässig, wenn die Handhabung korrekt ist. Bei manchen Thermometern ist etwas Übung nötig.

1. Kontaktthermometer - Messzeit einhalten

Das klassische Kontakthermometer hat einen Messfühler, der direkt mit dem Körper in Kontakt tritt. Die Handhabung ist sehr einfach, im Grunde gibt es nur zwei mögliche Fehlerquellen:

Kontaktthermometer - nur wenige Fehler möglich

Die Messzeit muss eingehalten werden

Bei Thermometern mit Glashülle kann die Messzeit bis zu vier Minuten betragen. Die komfortablen Digitalthermometer brauchen manchmal nur noch wenige Sekunden, und zeigen das Ende der Messzeit auch deutlich an.

Der Messfühler muss richtig positioniert werden

Die rektale Messung im After macht hier am wenigsten Probleme: Der Messfühler muss nur ausreichend tief in die Körperöffnung eingeführt werden. Die Messung erfolgt dann zuverlässig und präzise - nicht umsonst gilt die rektale Methode unter Ärzten als Standard.

Die sublinguale Messung im Mund ist sehr verlässlich, wenn der Messfühler tief hinten im Mund unter der Zunge zu liegen kommt. Rechts und links der Zungenwurzel liegen zwei Wärmetaschen, die der Temperatur im Körperkern am nächsten kommen. Diese Position ist jedoch eher unangenehm, so dass die Messung manchmal zu weit vorne im Mund durchgeführt wird. Die Messwerte können dann um bis zu 0,5°C zu tief liegen.

Von der axialen Messung unter der Achselhöhle wird dringend abgeraten. Sie ist höchst fehleranfällig und wird in der Regel Messwerte liefern, die deutlich zu tief liegen.

2. Ohrthermometer - etwas Übung ist nötig

Ohrthermometer messen die Infrarotstrahlung, die vom Trommelfell ausgesendet wird. Das Ergebnis ist nur verlässlich, wenn der Temperatursensor direkt auf das Trommelfell zielt.

Ohrthermometer: der Teufel steckt im Detail

Die korrekte Handhabung von Ohrthermometern erforderte eine gewisse Übung: Der Gehörgang muss durch Ziehen an der Ohrmuschel begradigt werden. Bei nicht korrekter Ausführung zielt der Sensor auf die Wand des Gehörgangs, dessen Temperatur deutlich niedriger liegen kann.

Säuglinge unter sechs Monaten haben noch einen sehr engen Gehörgang - Ohrthermometer sind für sie noch nicht geeignet.

Bei folgenden Erkrankungen und Situationen sollte man ebenfalls vorsichtig sein:

  • Entzündungen des Innenohrs erhöhen die Temperatur am Trommelfell, während die Körperkerntemperatur nur bedingt betroffen ist. Ohrthermometer sind daher für diese Erkrankung kaum geeignet
  • wird das Ohr längere Zeit Temperaturen ausgesetzt, die ungewöhnlich tief (z. B. Winterluft) oder hoch (wie unter einer warmen Decke) sind, können Ohrthermometer unzuverlässige Werte liefern
  • starke körperliche Betätigung erhöht die Temperatur der Körperoberfläche und verfälscht auch die Messung im Ohr
  • größere Mengen von Ohrschmalz können eine korrekte Messung verhindern

3. Stirnthermometer - Gebrauchsanleitung beachten

Stirnthermometer messen die Infrarot-Strahlung, die von der Körperoberfläche ausgeht. Grundsätzlich ist die Messung einfacher als bei Ohrthermometern, da die Geräte nur auf der Stirn aufgesetzt oder im kurzen Abstand davor gehalten werden.

Die Handhabung hängt allerdings stark von dem einzelnen Modell ab - wie die Stiftung Warentest im Jahr 2008 berichtete, kann es bei manchen Geräten zu Problemen und Fehlern kommen. Die Gebrauchsanweisung der Stirnthermometer sollte daher gründlich studiert und genau befolgt werden.

4. Schnullerthermometer - Mund muss geschlossen bleiben

Für Säuglinge werden Thermometer angeboten, die in einen Schnuller eingearbeitet sind. Die Messung erfolgt im vorderen Mundbereich, wo die Temperatur deutlich niedriger liegen kann. Viele Experten raten von der Anwendung eines Schnullerthermometers ab.

Das Thermometer sollte auf alle Fälle mindestens eine Minute im fest geschlossenen Mund des Säuglings verbleiben, um halbwegs verlässliche und fehlerfreie Messungen zu erzielen.

- Anzeige -
Grippostad C
Zur symptomatischen Behandlung von Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Reizhusten
www.aliva.de

Quellen und weiterführende Literatur

  • Stiftung Warentest, Nicht alle verlässlich, Ausgabe 1/2005 (Download)
  • Stiftung Warentest, Schnell und zuverlässig, Ausgabe 9/2008 (Download)