Ursachen von Fieber - von Infektionen zu Krebs

Fieber ist meist eine Reaktion auf Krankheitserreger, kann aber auch das erste Anzeichen von Krebs sein.

Zahlreiche Krankheiten und fast alle Infektionen können Fieber auslösen, meist als Teil des natürlichen Heilprozesses. Doch die erhöhte Temperatur ist eine starke Belastung für den Körper und kann die Erkrankung verschlimmern. Ob das Fieber eher heilend oder belastend wirkt, hängt von der Art der Krankheit und dem Zustand des Patienten ab.

Infektionen, Krebs und Entzündungen gehören zu den Auslösern von Fieber

1. Infektionen - die häufigste Ursache

Das Immunsystem erkennt fast jeden Eindringling, sei es Virus, Bakterium, Parasit oder Pilz. Falls es den Erreger als gefährlich einstuft, kann die Erhöhung der Körpertemperatur die natürlichen Abwehrmaßnahmen wirksam unterstützen.

Manchmal erhöht sich die Temperatur kaum merklich, doch wenn die Erreger sehr aggressiv sind oder in großer Zahl eindringen, kann das Fieber auf 40°C oder mehr ansteigen. In der Regel fällt die Temperatur innerhalb von vier Tagen wieder deutlich ab, da die Immunzellen die Erreger rasch zurückdrängen1.

Bei Infektionen ist der Nutzen meist eindeutig: Die erhöhte Körpertemperatur ist eine hilfreiche und kurzzeitige Schutzreaktion. Quasi jeder Erreger, der vom Immunsystem erkannt wird, kann daher auch Fieber auslösen.

2. Krebs - Fieber als erstes Warnzeichen

Anhaltendes Fieber, das 38°C übersteigt und nicht durch eine Infektion hervorgerufen wird, kann ein ernstes Warnsignal sein: Es ist manchmal das erste Anzeichen von Krebs. Besonders Patienten mit Leukämie, einem Lymphom oder dem myelodysplastischen Syndrom leiden häufig darunter2. In deutlich selteneren Fällen tritt es auch bei anderen Krebserkrankungen auf.

Die Ursache des Fiebers ist noch nicht endgültig geklärt. Möglicherweise setzen die Krebszellen selbst sogenannte Pyrogene frei, die den Anstieg der Körpertemperatur auslösen - in diesem Fall wäre Fieber eindeutig ein Teil der Erkrankung und nicht des Heilprozesses. Viele Ärzte unterdrücken daher das Fieber mit Medikamenten.

3. Entzündung - Gewebeschäden als Auslöser

Fieber tritt auch bei Entzündungen auf, die von Fehlfunktionen in Körpergeweben ausgelöst werden. Diese Erkrankungen sind meist selten und gehen auf unterschiedlichste Ursachen zurück. Bei der Gicht sind es etwa Harnsäurekristalle, die in Gelenke eingelagert werden. Und bei der Pankreatitis ist der Abfluss von Verdauungsenzymen gestört: Sie entfalten ihre Aktivität am falschen Ort und zerstören das Gewebe die Bauchspeicheldrüse.

Diese Erkrankungen verlaufen höchst unterschiedlich: Bei Gicht ist eine erhöhte Körpertemperatur eher selten, bei der Pankreatitis hingegen recht häufig. Die Entzündung, die das Fieber auslöst, ist in diesen Fällen ein Teil der Krankheit - im Gegensatz zu Infektionen, wo sie meist ein Teil des Heilprozesses ist.

4. Vergiftungen - verdorbene Lebensmittel

Manche Lebensmittelvergiftungen können ebenfalls Fieber auslösen. Es wird von giftigen Substanzen (Toxinen) verursacht, die von Bakterien oder Pilzen produziert werden und meist innerhalb weniger Stunden heftige Beschwerden hervorrufen. In manchen Fällen kann dabei auch Fieber auftreten, etwa bei Vergiftungen durch das Enterotoxin des Bakteriums Staphylococcus aureus und durch ein Übermaß an Histamin in verdorbenem Fisch.

Das Fieber ist hier ein Teil der Alarmreaktion, mit der der Körper auf die ungewohnte Gefahr reagiert. Falls die Vergiftung von einer andauernden Infektion verursacht wird, können die auslösenden Erreger schneller aus dem Körper entfernt werden.

5. Autoimmunerkrankungen - Angriff auf den eigenen Körper

Das Immunsystem wendet sich manchmal gegen den eigenen Körper: In den betroffenen Geweben entstehen Entzündungen, die manchmal von Fieber begleitet werden. Beispiel für derartige Autoimmunerkrankungen sind der systemische Lupus erythematodes und die Polymyositis3. Das entzündliche Fieber ist bei diesen fehlgeleiteten Immunreaktionen in der Regel ein Aspekt der Erkrankung, nicht Teil des Heilprozesses.

5. Erbkrankheiten - sehr selten

Das familiäre Mittelmeerfieber ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die vor allem Personen aus dem Mittelmeerraum betrifft. Ein Defekt im Erbgut löst wiederkehrende Fieberschübe aus, oftmals begleitet von schweren Schmerzen. Durch die lebenslange Einnahme eines Medikaments lassen sich die Fieberschübe meist wirksam unterdrücken4.

6. Medikamente - allergische Reaktionen und Nebenwirkungen

Manche Medikamente können - ähnlich wie Pollen und Gräser - allergische Reaktionen auslösen, die von Fieber begleitet werden5. Diese Reaktion tritt erst bei der zweiten Einnahme des Medikaments auf, selbst wenn mehrere Jahre seit der Ersteinnahme vergangen sind. Der Körper reagiert dann sehr rasch und heftig - im schlimmsten Fall mit Todesfolge. Das Fieber ist allerdings nur ein Begleitsymptom, die eigentliche Gefahr liegt im Versagen des Kreislaufs.

Bei anderen Medikamenten ist das Fieber eine unerwünschte Nebenwirkung. Antibiotika lösen durch ihre chemische Struktur eine Temperaturerhöhung aus, die durch Verringerung der Dosis verschwinden kann. Auch bei Zytostatika, die zur Chemotherapie von Krebs eingesetzt werden, ist Fieber eine häufige aber kurz anhaltende Nebenwirkung2.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise - sie dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung dienen. Einen Arztbesuch können sie auf keinen Fall ersetzen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 A. Tunkel, Fieber bei Erwachsenen, MSD Manual für Patienten, abgerufen April 2019 (Link)
  • 2 krebsinformationsdienst.de, Fieber ohne Keime bei Krebspatienten, abgerufen April 2019 (Link)
  • 3 C. Osthoff, Fieber bei Kollagenosen, Apotheken-Umschau, Stand April 2019 (Link)
  • 4 Autoinflammation Reference Center Charité, Familiäres Mittelmeerfieber, Stand August 2010 (Link)
  • 5 M. Bastigkeit, Wenn Medikamente Fieber auslösen, Pharmazeutische Zeitung, November 2003 (Link)