Was tun bei hohem Fieber?

Fieber hilft bei der Abwehr von Infektionen. Medikamente, die es künstlich senken, sind daher meist keine gute Idee.

Fieber ist ein Warnsignal, das ernst genommen werden muss: Gefährliche Erreger bringen das Immunsystem dazu, frische Hilfstruppen zu mobilisieren1. Dennoch sind meist Ruhe und Übersicht angesagt, um dem Körper bei seiner natürlichen Antwort zu helfen.

Was tun bei Fieber? Das hängt vom Verlauf ab...

Wann zum Arzt?

Die erste Frage bei Fieber lautet: Wann soll ich zum Arzt? Die wichtigsten Hinweise gibt dabei der eigene Körper. Ist der Allgemeinzustand trotz erhöhter Temperatur noch halbwegs erträglich, ist ein Besuch beim Arzt eher nicht so dringend. Fühlt man sich jedoch hundsmiserabel, kann auch bei niedrigem Fieber ein medizinischer Ratschlag sinnvoll sein.

Natürlich spielt auch die Höhe des Fiebers eine wichtige Rolle. Steigt es spürbar über 38°C, ist erhöhte Wachsamkeit angesagt. Die nächsten Schritte hängen jedoch vom Lebensalter ab: Ein junger Körper reagiert anders auf Fieber als ein älterer.

Zur ersten Orientierung haben sich folgende Regeln bewährt2:

  • Säuglinge bis drei Monate: Ab 38°C den Arzt konsultieren. Und sei es nur, um schlimmere Erkrankungen auszuschließen.
  • Kleinkinder bis zwei Jahre: Ab 40°C den Arzt fragen, wenn das Fieber länger als einen Tag andauert.
  • Ältere Kinder und Erwachsene: Ab 39°C zum Arzt, oder wenn das Fieber länger als drei Tage anhält, oder wenn es wiederholt auftritt.

Leichte Infektionen - dem Körper helfen

Viele Infektionen verursachen zwar Fieber, sind aber dennoch eher harmlos. Die erhöhte Körpertemperatur ist hier eindeutig von Vorteil: Sie erhöht die Leistungsfähigkeit der Immunzellen und beschleunigt die Heilung. Alle Maßnahmen sollten daher darauf bedacht sein, den Körper in seiner natürlichen Reaktion zu unterstützen.

Fieber kann ansteigen oder absinken. Diese an sich triviale Tatsache hat weitreichende Konsequenzen: Die Symptome unterscheiden sich grundsätzlich, und auch die Maßnahmen sollten sich daran orientieren.

1. Steigendes Fieber

Das Fieber steigt, wenn das Immunsystem seine Kräfte im Kampf gegen die Erreger mobilisiert. Das Wärmeregulationszentrum im Gehirn stellt dabei die Körpertemperatur auf einen neuen Sollwert - der Erkrankte fängt an zu frieren.

Symptome:

  • Kältegefühl
  • Muskelzittern bis hin zum Schüttelfrost
  • bleiche Haut

Maßnahmen:

  • warme Kleidung
  • Bettruhe

2. Sinkendes Fieber

Wenn und die Infektion nachlässt, hat das Immunsystem seine Arbeit getan und benötigt keine Unterstützung mehr. Das Wärmeregulationszentrum regelt den Sollwert wieder nach unten, und der Körper versucht, die überschüssige Wäre so schnell wie möglich loszuwerden.

Symptome:

  • starkes Schwitzen
  • gut durchblutete, rote und heiße Haut

Maßnahmen

  • kühlende, lauwarme Wadenwickel
  • viel trinken, Lindenblüten- und Holunderblütentee sind empfehlenswert
  • Bettruhe
  • lauwarme Bäder, die langsam auf etwa 25°C abgekühlt werden
  • leichte Kost

Schwere Erkrankungen - sofort zum Arzt

Fieber kann aber auch ein Hinweis auf schwere Erkrankungen sein - dazu zählen chronische Entzündungen, Stoffwechselkrankheiten und Krebs. In seltenen Fällen lösen auch manche Medikamente wie etwa Antibiotika einen Fieberzustand aus. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Vorsicht auch bei Fieberkrämpfen. Kleinere Kinder können bei hohem Fieber krampfartige Anfälle entwickeln, die für die Eltern zwar äußerst erschreckend, aber in der Regel harmlos sind. Vorsicht ist aber dennoch geboten. Spätestens wenn die Anfälle länger als einige Minuten andauern, ist unverzüglich ein Notarzt zu benachrichtigen.

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Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise - sie dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung dienen. Einen Arztbesuch können sie auf keinen Fall ersetzen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 J. Evers und R. Gross, Leitsymptom Fieber, Deutsches Ärzteblatt, April 1985 (Download)
  • 2 Medizinisches Wissensnetzwerk der Universität Witten/Herdecke, Patientenleitlinie Fieber im Kindesalter, Version 01/2006 (Link)
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